Oh lala, Paris – Sightseeing in Zeiten des Streiks, Teil 1

Paris erkunden während des Streiks ist eine Sache. Aber immerhin konnten wir noch nach Paris. Ich nehm euch mit auf eine virtuelle Reise durch die Stadt.

Bis kurz vor Abfahrt war gar nicht klar, ob wir überhaupt unseren Urlaub in Paris antreten können. Zum einen wurde in Frankreich noch immer gestreikt. Gut, dass unser Hotel fast neben unserem Bahnhof lag und dass es auch nur eine halbe Stunde zu Fuß an die Seine war. Da kann man die Wege auch ohne Verkehrsmittel zurücklegen, zumindest wenn man einigermaßen fit wäre. Meine Gesundheit wollte mir allerdings auch einen Strich durch die Rechnung machen und ich bekam ein paar Wochen vorher die Influenza. Unschönes Gefühl, sage ich euch! Die Nachwirkungen der Grippe sollten mich allerdings noch weit länger als 14 Tage begleiten.

Die Anreise nach Paris

So ließ ich meinen Abstecher nach Stuttgart am Weg von Wien nach Paris (mit dem Zug!) ausfallen, und auch in Paris waren wir etwas eingeschränkter unterwegs: Viele Pausen, die ein oder andere Strecke dann doch mit der Metro oder dem Bus. Dem Mann hat das Metrofahren sogar widererwartend richtig Spaß gemacht. Im Nachhinein war ich dann sogar fast froh, dass unser Ticket für die Da Vinci-Ausstellung im Louvre für einen Abend war, wo der Louvre selbst nicht mehr geöffnet hatte – und wir damit nur die Sonderausstellung angesehen haben. Selbst dort ist mir der Schädel irgendwann geplatzt und meine Beine haben wehgetan. Grippe, du bist ein A***! Nagut, dann muss ich wohl bald noch einmal nach Paris und die Museen nachholen 😉

Selbst am Morgen der Anreise wollte es mich herausfordern. Wir hätten in Stuttgart gemeinsam in den TGV steigen sollen für das letzte Stück. Aber am Stuttgarter Hbf fuhr seit dem Abend vorher nichts mehr. Der TGV sollte stattdessen schon in Esslingen halten – das Personal am Gleis wusste nur nichts davon und so gab es erst einmal die Auskunft, dass da kein TGV hält. Wir haben uns dann auf die Bahn-App verlassen und wurden zum Glück nicht enttäuscht. Trotzdem sind mir Railjet oder ICE doch lieber als der TGV…

So fuhr ich für unsere halbe Woche in Paris also gut 2500 km mit dem Zug durch ganz Deutschland, halb Österreich und halb Frankreich 😉 Trotzdem war die Reise deutlich schöner und aufregender als mein Flug bei meinem ersten Paris-Besuch.

Gare du Nord – Bahnhöfe in Paris

Aus Deutschland kommend, kommt man im Pariser Ostbahnhof (Gare de l’Est) an. Unser Hotel war am Nordbahnhof (Gare du Nord). Doch die beiden sind zum Glück nur 600m voneinander entfernt. Der Gare du Nord ist der größte Pariser Bahnhof, ja sogar der meistfrequentierte Bahnhof in Europa.

Der Bahnhof wurde 1846 in Betrieb genommen unter dem Namen Embarcadère du Chemin de Fer du Nord. Erst später setzte sich der Name Gare gegenüber Embarcadère durch. Dieser erste Bahnhof besaß nur zwei Gleise, eines für die ankommenden und eines für die abfahrenden Züge, wie es damals üblich war. Da der Bahnhof für das Verkehrsaufkommen bald zu klein wurde, wurde ein größerer Bahnhof in Auftrag gegeben. Im Mai 1861 startete der Bau, der vom Architekten Jakob Ignaz Hittorff durchgeführt wurde. Er entwarf einen neuklassischen Bau in U-Form, die typisch für Kopfbahnhöfe war. Noch während der Bauarbeiten wurde der neue Bahnhof am 19. April 1864 eröffnet. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden immer wieder Gleise ergänzt.

Auf der Fassade des Bahnhofs stehen 23 Frauenstatuen, die wichtige Reiseziele symbolisieren und von dreizehn berühmten Bildhauern in Auftrag gegeben wurden. Acht majestätische Statuen von 5,5m Höhe zeigen Brüssel, Amsterdam, London, Wien, Berlin, Warschau, Köln und Frankfurt/Main. Wobei lustigerweise Frankfurt und Wien nie vom Gare du Nord, sondern vom Gare de l’Est angefahren wurden. Im Zentrum dieser acht Stuten steht Paris selbst. Weitere 14 Statuen nordeuropäischer Städte sind etwas kleiner und tiefer in der Fassade gelegen.

Montmartre und Sacre Coeur

Der Blick aus unserem Hotelzimmer fiel genau auf Sacre Coeur, das am Abend wunderbar erleuchtet ist. Es handelt sich um eine römisch-katholische Wallfahrtskirche, die 1875-1914 im neubyzanthinischen Stil erbaut wurde. Geweiht wurde die Kirche jedoch erst 1919 nach Ende des 1 Weltkriegs. Der Architekt Paul Abadie nahm sich dabei Sakralbauten wie die Hagia Sophia in Istanbul oder dieMarkuskirche in Venedig zum Vorbild. An den Seiten des dreibogigen Hauptportals finden sich Reiterstatuen der Nationalheiligen Jeanne d’Arc und Ludwig IX.

Sacre Coeur befindet sich auf dem Hügel Montmartre im Norden Paris‘. Der Name geht auf das Dorf zurück, welches dort früher gelegen hat. Es handelt sich mit 130m um die höchste natürliche Erhebung der Stadt. Außerdem befand sich hier im 19. Jahrhundert das berühmte Künstlerviertel.

Der Eiffelturm

Wenn man an Paris denkt, denkt man an den Eiffelturm. Doch meine ernsthafte Meinung: Von Ferne ist er schöner als ganz nah. Ein riesiges Eisen-Ungetüm. Zu völlig überteuerten Preisen kann man auf halbe oder ganze Höhe hinauffahren oder laufen um einen Blick über die Stadt zu bekommen. 324m ist der Tour Eiffel hoch. 1887 bis 1889 wurde er als Eingangsportal und Aussichtsturm für die Weltausstellung zur Erinnerung an den 100. Jahrestag der Französischen Revolution gebaut. Erst das New Yorker Chrysler Building luchste dem Eiffelturm 1930 den Titel des höchstes Bauwerk der Welt ab.

Natürlich haben wir noch viel mehr gesehen in Paris. Das folgt allerdings in einem zweiten Blogpost, da ich eh schon viel zu lange an diesem gesessen bin und die Reise nun auch schon etwa ein Jahr vorbei ist. Aber so eine Recherche braucht halt auch Zeit und die Homeoffice-Tage meiner Vollzeitstelle laden nicht gerade zu einem Abend vorm Rechner ein 😉 Ich hoffe sehr, dass bald wieder bessere Tage kommen – und Tage, in denen es wieder raus aus Berlin rein in die französische Hauptstadt gehen kann.

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