Vom Suchen und Finden von wirklich gutem Kaffee in Berlin

Hallo ihr Lieben,
ich muss euch etwas verraten: Ich liebe Kaffee! Das Problem an der Sache: Seit ich Wahlwienerin bin, bin ich da ur hakelig (also extremst pingelig für alle, die das nicht verstanden haben)! Und damit habe ich ein kleines Problem in Berlin oder generell in Deutschland.

Kaffeewüste Berlin?

Denn Deutschland ist, so kommt es mir oft vor, das Land des schlechten oder vielleicht auch „nur“ mittelmäßigen Kaffees. Und da verzichte ich lieber. Bei quasi jedem Besuch daheim in Berlin (und da ich pendle, passiert das ziemlich oft) suche ich nach einem Café mit gescheitem Kaffee (der es wert ist auf der Ultima (letzte Silbe) betont zu werden).

Meine Ansprüche: Stark, aber nicht bitter, nicht fruchtig, sondern eher etwas nussig, schokoladig oder karamellig. Außerdem liebe ich Melange (oder Cappuccino oder Flat White), daher sollte es auch eine Hafer- oder Sojamilch geben.

Dabei probiere ich meistens Cafés in MitBerg (im nördlichen Kreuzberg oder angrenzendem Mitte), eben nah von zuhause. Wenn ich in der Stadt unterwegs bin auch etwas entfernt davon. Und so führte mich mein Weg heute nach einer Stunde morgendlichen Yogas ins neu eröffnete Black Apron in Mitte.

Das Black Apron in Mitte

Mit einer Stufe abwärts stolpere ich in den großen, cleanen Raum im gerade so angesagten Industriecharme und stehe direkt vor einer großen und nicht enden wollenden Kuchenvitrine. Ich entscheide mich trotz etlicher glutenfreier (und veganer) Optionen (mit eigen kreierter Mehlmischung, wie ich später bei Mit Vergnügen lese) erst mal nur für einen Kaffee. Anders als sonst für einen Flat White. Und da ich früh bin (es ist gerade 9 Uhr) habe ich noch beinahe die freie Auswahl an welchem der 9 Tische ich Platz nehme. Ich entscheide mich für die türkise weiche Bank und nehm einen Tisch in der Mitte, auf den etwas des heute raren Sonnenlichtes fällt. Außerdem habe ich von hier das Café gut im Blick. Gegen halb 10 ist das Café quasi voll besetzt, um 10 ist es wieder deutlich leerer.

Flat White mit Hafermilch

Kuchen gibt es später für mich, schließlich mache ich Intervallfasten und es ist noch keine Essenszeit. Ich weiß, dass die Hafermilch eigentlich nicht dazu passt, aber das ist meine kleine (tägliche) Ausnahme.

Nach ein paar Minuten wird mir mein Glas Flat White gebracht, den ich mit 3,60€ durchaus preislich in Ordnung finde. Einen Aufpreis für Milchalternativen gibt es nicht, das finde ich gut. Als Alternativen bieten sie Hafermilch, Sojamilch und zusätzlich – nicht am Menü, sondern auf einem Schild auf dem Tresen erwähnt – Cashewmilch an. Inzwischen habe ich auch die Wasserflaschen auf dem Tresen entdeckt und mir dazu ein Glas Leitungswasser geholt – Kaffee ohne Wasser geht nicht, auch da bin ich sehr Wien-verwöhnt.

Gespannt kredenze ich mir einen ersten Schluck und bin sehr positiv überrascht. Kräftig, aber nicht zu kräftig (im Vergleich zu dem sehr starken Cappuccino gestern in Kreuzberg). Die Hafermilch harmoniert auch sehr gut damit. Außerdem eine schokoladig-nussige Note im Abgang. So muss Kaffee schmecken! Die Standardbohnen für den White Flat ist die Codos Hausmischung. Jeden Monat gibt es zudem eine Kaffeesorte einer anderen Rösterei. Derzeit ist es Kaffee von Bonanza. Jetzt frage ich mich, ob es die Sorte ist, die ich letztens dort probiert habe. Die war mir nämlich zu fruchtig.

Wer seinen Kaffee lieber mitnehmen möchte, kann das auch, sogar im nachhaltigen Recup! Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich meinen Becher mitgebracht und endlich mal wieder zurückgegeben.

Fluffiges, glutenfreies Bananenbrot

Mit der Zeit kommt der Hunger und ich entscheide mich schließlich doch noch für ein Stück Kuchen. Hatte ich vorhin die Granola Bars favorisiert, entscheide ich mich jetzt für ein Stück glutenfreies Schokoladen-Bananenbrot (zu 3,80€).

Das Stück ist ausreichend dick, schmeckt unheimlich bananig und die Schokoladenstücken oben drauf schmecken zart-herb. Daneben ist der Kuchen mit Walnussstücken überdeckt. Selten habe ich ein so fluffiges und leichtes Bananenbrot gegessen. Die Süße gefällt mir auch überaus gut. Und der Boden ist ein wenig glietschig – gerade so, wie ich es mag.

Nach einer Schicht arbeiten (das WLAN arbeitet am Laptop gut! Am iPhone verschwindet es manchmal) mache ich mich zufrieden auf den Rückweg. Mein Fazit: Ich komme bestimmt wieder! Der Kaffee ist gut, der Kuchen lecker. Die Preise sind in Ordnung, die Mitarbeiterinnen sehr freundlich (Achtung, es wird englisch gesprochen) und hilfsbereit. Und der offene Industriecharme beflügelt meinen Geist und gibt Platz für Ideen. Der einzige Wehmutstropfen: Der Fußweg von daheim wär fast eine Stunde…

Black Apron
Invalidenstr. 1, 10115 Berlin
Mo-Fr 8-18 Uhr, Sa-So 10-18 Uhr

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