[gelesen] Das Geheimnis des roten Mantels*

Hallo ihr Lieben,

ich durfte mit Blogg dein Buch mal wieder ein Buch „probelesen“. Das Buch „Das Geheimnis des roten Mantels“ von Sabine Wierlemann ist im Georg Olms Verlag erschienen.

Das Geheimnis des roten Mantels
Eine Zeitreise zu den Römern und Germanen

Klappentext:
Ein Mantel aus kräftigem, roten Stoff hatte Mathildas Aufmerksamkeit auf sich gezogen, als sie aus den Augenwinkeln beobachtete, dass Felix die Brosche an seinem T-Shirt festmachte. Das durfte doch wohl nicht wahr sein! Doch noch ehe Mathilda ihren Zwillingsbruder bremsen konnte, geschah es. Mathilda schaute ungläubig in Richtung ihres Bruders. Oder besser gesagt, sie starrte völlig entgeistert dahin, wo Felix gerade eben noch gestanden hatte…

Die Zwillinge Mathilda und Felix finden sich plötzlich in der Antike wieder. Doch nicht am selben Ort! Mathilda landet bei den Römern und Felix bei den Germanen. Zunächst läuft alles gut: Mathilda lernt den Alltag in der Weltstadt kennen, sie freundet sich mit dem Sklaven Alexios und der Patriziertochter Octavia an; Felix darf am Thing, der Versammlung der Männer, sowie an der Wildschweinjagd teilnehmen, verliebt sich zum ersten Mal in seinem Leben und bekommt eine verantwortungsvolle Aufgabe übertragen.
Doch dann gerät Mathilda in Schwierigkeiten. Wird es den Zwillingen gelingen, sich wiederzufinden und schaffen sie es schließlich, gemeinsam zurück in ihre Zeit zu reisen?

ISBN 978-3-487-08872-3
Preis 9,95 [D]/ 10,30 [A]
127 Seiten.

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Inhalt:
Mathilda und Felix sind Zwillinge und werden quasi im Museum groß, in dem ihre Mutter arbeitet. Bei einem ihrer Rundgänge schauen sie sich eine Fibel und einen Mantel genauer an, welche gerade bei den Restauratoren liegen und finden sich plötzlich in der Antike wieder. Felix erlebt allerlei bei den Germanen, Mathilda wird im Hause des Patriziers Cornelius in Rom aufgenommen. Nun muss sie sich auf die Suche nach ihrem „kleinen“ Bruder machen und einen Weg finden, wie sie wieder zurück in ihre Zeit kommen.

Rezension:

Schon im Voraus habe ich mich sehr auf das Buch gefreut, da ich einen Hang für antike – insbesondere römische – Geschichten habe, bedingt durch meine erste Fremdsprache und eines meiner Bachelorstudienfächer Latein. Als ich die Möglichkeit des Probelesens gesehen habe, wollte ich es unbedingt lesen – als ich dann auch noch für das Buch ausgewählt habe, war die Freude umso größer. So habe ich mich voll Begeisterung auf „Das Geheimnis des roten Mantels“ gestürzt. Früher habe ich Geschichten, die im vorzugsweise im alten Rom spielen, verschlungen und hätte mir vermutlich selbst ein ähnliches Abenteuer wie es die Zwillinge erleben erträumt. Noch heute fände ich es sehr verführerisch im antiken Rom zu sein, selbst einmal Ciceros Reden auf dem Forum zu lauschen und die Sprache wirklich zu verstehen und zu sprechen, ohne lange über Vokabeln und Grammatik grübeln zu müssen. Ich glaube, daher wirken solche Romane auch eine so ungeheure Anziehungskraft auf mich aus.
„Das Geheimnis des roten Mantels“ ist sehr kurzweilig geschrieben. In jedem neuen Kapitel wird zwischen der Sichtweise eines der beiden Zwillinge hin und her gesprungen, zumindest ab dem Zeitpunkt, wo sie sich nicht mehr in der Gegenwart befinden. Jedes Kapitel besteht aus 4-6 Seiten, ist also bestens für junge Leser geeignet. Ich fand es allerdings etwas anstrengend, so schnell immer wieder die Perspektive zu ändern. Doch ließ dies einem auch jegliche Pause versagen, da man wissen wollte, wie es der Figur weiter ergehen wird, also mussten jeweils noch mindestens zwei Kapitel gelesen werden. Insgesamt habe ich etwa 2-3 Stunden am gesamten Buch gelesen.
Das Buch vermittelt einem kindgerecht ein paar Einzelheiten zum Leben in der Antike, sehr viel anschaulicher, als sie im Geschichtsunterricht behandelt werden. Zumal die Antike zumindest in meiner Schulzeit sehr kurz kam und über die Germanen habe ich nichts gelernt, was ich aus dem Buch mitnehmen konnte. Und schließlich lässt man sich, besonders im Zielgruppen-Alter viel eher auf ein spannend geschriebenes Buch ein als auf die trockenen Geschichtsbücher.
Ein paar Dinge hätte ich mir allerdings doch noch gewünscht. Abgesehen davon, dass die einzelnen Kapitel hätten länger sein können, hätte ich mir insbesondere zum Ende hin etwas mehr Ausführlichkeit gewünscht. Das Ende kommt doch etwas abrupt. Mir hätte es gut gefallen, wenn die Geschichte beispielsweise noch insofern weitergeht, als dass die Zwillinge ihr neu erlebtes Wissen hätten anbringen können, zum Beispiel in der Schule im Geschichts- und Lateinunterricht. Stattdessen kommt kein Fazit, kein Erfolg, kein Sinnieren über das Erlebte.
Meine Sichtweisen verkörpern natürlich nicht unbedingt die, einer Person aus der Zielgruppe. Da das Buch für Jüngere geschrieben ist, stören die kurzen Kapitel sicherlich eher weniger (wenn ich mich recht erinnere, habe ich kurze Kapitel geliebt), außerdem weiß ich nicht, ob Kinder das meiner Meinung nach fehlende Ende vermissen. Die Sprache ist auch sehr kindgerecht, sodass auch das gefallen müsste. Ich würde das Buch gerne noch einmal mit entsprechenden Kinderaugen lesen – das ist mir nicht möglich, aber ich habe vor, das Buch weiterzugeben an jemanden aus der Zielgruppe. Und bin schon sehr gespannt, was dieser jemand zu dem Buch sagen wird.

So kann ich das Buch aber guten Gewissens empfehlen, wenn ihr euch selbst für die Antike interessiert und nicht daran stört, dass ihr eigentlich nicht die Zielgruppe seid, oder aber wenn ihr jemanden aus der Zielgruppe beschenken wollt 😉
 
 
Ich gebe dem Buch 5 von 5 Sternen.
Dieses Buch wurde mir kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank an Olms und Blogg dein Buch

Pfiat eich,

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